Irene Gambaro

A lifetime passion: Irenes 3rd Ironman Hawaii

X-BIONIC®-Fan Irene Gambaro aus Zürich ist eine der erfolgreichsten Schweizer Athletinnen im Triathlonsport. In diesem Jahr wurde sie Vizeweltmeisterin auf der halben Ironmandistanz und nahm zum dritten Mal am legendären Ironman auf Hawaii teil, der Langdistanz-Weltmeisterschaft für Profis und Age Grouper. Irene hatte sich eine Top-Ten Platzierung für die diesjährige WM vorgenommen. Trotz einiger Schwierigkeiten landete sie am Ende auf einem sensationellen 8. Platz in ihrer Altersklasse – erneut ein Topresultat in diesem Jahr!

Sie gab uns kurz nach ihrem Finish auf Big Island ein Interview und hat uns erzählt, wie es ihr beim Zieleinlauf erging. In ihrem persönlichen Rennbericht aus Hawaii gibt sie ausserdem sehr detailliert wieder, mit welchen Schwierigkeiten sie bei der diesjährigen Austragung zu kämpfen hatte. Den eindrucksvollen Report aus Kona findet Ihr nach dem Interview in der Infobox, viel Spass beim Lesen!

Multisporttalent Irene Gambaro zu Gast bei unserem Fitness-X-PerienceDay in Wollerau
Multisporttalent Irene Gambaro zu Gast bei unserem Fitness-X-PerienceDay in Wollerau

Irene, wie hast Du den 3. Zieleinlauf in Kona erlebt dieses Jahr?

Es war mit Abstand das härteste Rennen dort: Wellen, starke Strömung, Tropischer Sturm mit Windböen, Hitze wie seit Jahrzehnten nicht mehr – Rückenwind vergass Petrus oder sparte diesen auf für nächstes Jahr!

Mit welchem Ziel bist Du diese Jahr zur WM nach Hawaii gereist?

Ganz unverschämt: die Top Five wenn alles gut ginge, sonst aber unbedingt Top Ten. Zum Glück habe ich das zweite Ziel erreicht!

Was ist so besonders an der WM im Vergleich zu anderen Triathlons?

Hawaii steckt immer voller Überraschungen und durch die Lavawüste auf einem Highway zu fahren ist spektakulär. Der Wind von allen Seiten ist unberechenbar und die Finishline Gänsehaut pur!

Hast Du Dich speziell vorbereitet für Kona?

Ja, nachdem ich die Qualifikation anfangs Juni holte, vor allem mit langen Läufen für den Marathon und 5-6stündige Veloausfahrten.

Seit wann betreibst Du diesen Sport, wie kam es dazu?

Irene Gambaro Hawaii 2015 14Läuferin war ich schon immer, irgendwann kam ich auf den Marathon, dann Gigathlon zu zweit mit einer Frau. Zu meinem fünfzigsten Geburtstag wünschte ich mir dann etwas Spezielles, und das war dann ein Ironman, den ich in Taupo, New Zealand, bestritt und gleich die Quali für Hawaii holte.

Welche Rolle spielt für Dich das Equipment, im Training und im Wettkampf?

Die Kleider sind das A und O, stimmt da was nicht, kann der ganze Wettkampf darunter leiden. Das Fahrrad muss gut angepasst werden, treten muss der Athlet selber, und die Schuhe – auch die sind enorm wichtig und müssen gut eingelaufen sein.

Du trägst X-BIONIC® während Deiner Trainingseineiten, wie ist Deine bisherige Erfahrung damit?

Ich trage gerne Kleider, die sich dem Körper anpassen, nicht flattern und trotzdem nicht einengen. X-BIONIC erfüllt daher all meine Ansprüche, ich bin sehr zufrieden!

Welches Produkt von X-BIONIC gefällt Dir besonders? (…wandert demnächst in Deinen Kleiderschrank?)

Langlaufbekleidung steht ganz oben auf meinem Wunschzettel, ich liebe das Langlaufen und vor allem gute Hosen sind sehr schwierig zu finden. Ich habe welche von verschiedenen Herstellern, aber so richtig passt mir keine – sie rutschen über den Hintern! An X-BIONIC@ gefällt mir neben der tollen Passform auch die grosse Farbauswahl!

Triathletin mit Leib und Seele: Irene Gambaro
Triathletin mit Leib und Seele: Irene Gambaro

Welchen Sport betreibst Du ausserdem noch? Welche Hobbys hast Du neben dem Sport?

Ich betreibe ausserdem Skilanglauf, Ski Alpin, Bergtouren und Tauchen. Des Weiteren liebe ich das Fotografieren, die Ornithologie und ich engagiere mich für die Meeressäuger.

Welche sportlichen Ziele schweben Dir im nächsten Jahr vor?

Ich wollte meine beiden EM-Titel für Short und Olympisch verteidigen, da aber dieser Wettkampf schon im Mai ist, kann ich nicht mitmachen in Lissabon, da Ferien sind. Den Vize-Weltmeistertitel bei der Halb-Ironmandistanz werde ich auch nicht verteidigen können, da Moloolaba in Australien zu weit weg und halt einfach wahnsinnig teuer ist.

Sicher werde ich einige LL-Wettkämpfe bestreiten, einige Olympische Tris und ziemlich sicher Halb-IM in Luxemburg und dann kommen immer wieder unvorhergesehen Rennen. Sicher mach ich auch wieder bei der Schweizer Meisterschaft mit, schlussendlich bestreite ich viel mehr Wettkämpfe als vorhergesehen! Es macht mir einfach Spass und ich bin der Wettkampftyp! Den Circuit (das sind 7 olymp. Triathlons) werde ich sicher bestreiten und hoffe, diesen auch wieder zu gewinnen.

Welchen Tipp kannst Du Triathlon-Anfängern mit auf den Weg geben?

Drei Disziplinen hintereinander zu absolvieren macht unglaublich Spass, egal ob man schnell ist oder nicht. Mitmachen ist das Motto, auch das Alter spielt keine Rolle. Wichtig ist, dass man den Kraulstil einigermassen beherrscht, mit Brustschwimmen behindert man die anderen Athleten und verpufft selbst zu viel Energie mit den Beinen, die man nachher fürs Fahrrad und Laufen braucht.

Vielen Dank für das Interview!

Irene's aktuelle ErfolgeIhr Rennbericht vom Ironman Hawaii 2015Links
  • CH Meistern 10km Strassenlauf
  • Walliseller Triathlon, Short-Distance, 1. Rang
  • Siegerin beim Aix-en-Provence 70.3 Triathlon / Quali für die WM
  • Siegerin Short-Distance in Genf /Europameistern
  • Siegerin 70.3 / Quali für Hawaii
  • Vizeweltmeistern 70.3 Zell am See
  • Platz 8 AK WM Hawaii

Irene Gambaro Hawaii 2015 06

Alle Ergebnisse von Irene bisher: [LINK]

WORLDCHAMPIONSHIP IRONMAN HAWAII 2015

Ein Rennbericht von Irene Gambaro

Jaaaa, der grosse Tag, der 10. Oktober 2015, ist längst Geschichte! Ein unvergessliches und hartes Rennen mit viel Freuden und Leiden! Aber nun von vorne!

Um 07.10 Uhr erfolgte der Start mit einem Kanonenschuss für die Frauen. Da ich nicht zu den schnellen Schwimmerinnen gehöre,  reihte ich mich ziemlich hinten ein, was mir ermöglichte, ohne Schlägerei und Gerangel einen guten Rhythmus zu finden. Wie immer war es recht wellig, schöne farbige Fische begleiteten mich. Ich war in etwa mit gleichstarken Frauen unterwegs und schon erreichte ich den Wendepunkt nach 1,9 Kilometern, doch retour ging es nicht mehr so flott voran. Die Strömung war ziemlich stark, sodass ich fast 10 Min länger brauchte als sonst.

Egal, die ersten 3,86 Kilometer waren erst einmal geschafft und ich freute mich auf die Velostrecke. Und los ging’s, angefeuert von den vielen Leuten schoss ich die Palani-Road hinauf! Ich fühlte mich ja so was von fit auf den ersten 50km, grossartig, ich dachte schon an eine tolle Zeit, aber es sollte anders kommen.

Bald schon wehte ein anderer Wind, Gegenwind: mal von der Seite, wieder Gegenwind – nur von hinten aber nicht, den hat Petrus irgendwo vergessen! Nach ca 70km kam der Anstieg nach Hawi und da passierte es: Tropical Storm mit Regen, es goss wie aus Kübeln und dazu Wind, Wind, Wind, Regen es war harte Arbeit bis zum Wendepunkt in Hawi, ich konnte Mein Bike fast nicht mehr festhalten. Dann endlich, die 90km waren geschafft und freute mich auf den Rückweg. Der Asphalt trocknete rasch ab, ich glaubte immer noch an eine akzeptable Zeit, doch lange, unendlich lange 60km kämpfte ich wieder mit starkem Gegenwind, nur Gegenwind! Hallooooo, Rückenwind, wo steckst Du?

Irene Gambaro unterwegs auf dem Rad in glühender Hitze beim Ironman Hawaii 2015
Irene Gambaro unterwegs auf dem Rad in glühender Hitze beim Ironman Hawaii 2015

Es wurde immer heisser und heisser, die Hitze war extrem wie seit Jahrzehnten nicht mehr! Der Asphalt reflektierte unglaublich stark auf dem Highway K, gefühlte 50 Grad. Doch ich verpflegte mich gut, kühlte mich mit dem Wasser von den Aidstations ab, aber es ging einfach nicht vorwärts. Ich strampelte und strampelte und verlor unglaublich viel Zeit, die 1772 Höhenmeter und 180,3 Kilometer schienen endlos, doch endlich erreichte ich das Ziel.

Ich stieg vom Velo, konnte mich gerade mal knapp aufrichten und merkte, dass Joggen nicht ging. So marschierte ich in die Wechselzone, schnappte mir den Sack zum Umziehen für die Laufstrecke, begab mich ins Wechselzelt, setzte mich und da passierte es: ein unglaublicher Schmerz im Rücken, ich konnte mich nicht mehr bewegen.

Irene Gambaro Hawaii 2015 09Helfer stürzten zu mir, fragten mich, was los sei, ob ich zu wenig Salz genommen hätte, ich verneinte, sie gaben mir aber trotzdem 3 Salztabletten. Dann wollte ich aufstehen, aber mein linkes Bein versagte den Dienst. Ich konnte mich nicht mehr bewegen, so gross war der Schmerz im Rücken. Zu dritt stellten sie mich auf, da ich nicht ins Medical Tent wollte, ich dachte, dass dies zu einer Disqualifikation führen würde.

So versuchte ich loszumarschieren, doch mein linkes Bein versagte erneut seinen Dienst und ich stürzte in die Arme eines Helfers. Zu dritt schleppten sie mich ins Medical Tent und versuchten mit Massage und Physio meinen Krampf und Schmerz im Rücken zu lösen. Nach unendlich langen 30 Minuten wagte ich es auf die Laufstrecke, wurde angefeuert von all den vielen Helfern und Zuschauern, im Rücken einen riesigen Eisbeutel. Unsere jüngste Tochter erschrak, als sie mich so humpelnd sah. Ich versicherte ihr, dass ich finishen wollte, auch wenn es lange dauern würde.

Nach ca 2 Kilometern versuchte ich zu joggen, es ging immer besser und besser, sodass ich den Marathon schlussendlich durchrennen konnte, hielt nie an, dachte nur noch an die Ali’i-Finishline. Dort genoss ich dann den spektakulären und wunderbaren Zieleinlauf und erreichte trotz all den Hindernissen die Top Ten, Rang 8 in meiner Alterskategorie!

Das war ein Rennen der Superlative und ein Wechselbad der Gefühle! Aber schlussendlich war ich so stolz, die dritte Finishermedaille in Empfang nehmen zu können!

Irene Gambaro Hawaii 2015 12

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